Das von uns lang ersehnte Wochenende des WORLD WIDE WEAPON II war endlich da.
Alle Mann ins  Auto  – Abfahrt 5.30h!!!- und los gings.
Bei  schönsten Wetter waren die 5 1/2h bis Großheubach eine sehr angenehme Reise.  Ich verreise gerne mit Rauchern! Ständige Pausen machen ein entspanntes Fahren.
So waren wir dann auch recht früh am Veranstaltungsort und hatten noch Zeit für einen verspäteten Frühstückskaffee.

Obwohl wir mit unserem Akzent (oder das Fehlen desselben) in dem Örtchen Großheubach echt für Aufsehen sorgten – die Spaziergänger staunten und die Verkäuferinnen kicherten- wurden wir vom Veranstalter und den bereits eingetroffenen Dozenten und Teilnehmer herzlichst begrüßt.

Um 13.00h gab es eine (sehr) kurze Ansprache des Veranstalters, Werner Nebauer, und eine etwas längere des Bürgermeisters. Die etwas Längere des Bürgermeisters sorgte unter den Teilnehmer für Heiterkeit, da der Mann so gar keine Ahnung von dem hatte was wir da taten oder tun wollten. Außerdem hätte man meinen können, er versucht noch Stimmen für die nächste Wahl zu organisieren. Herrlich! Trotzdem war es doch schön zu sehen, dass ein solch großes Kampfkunstevent auch von „Fach“-Fremden entsprechend gewürdigt wird.

Es hatten sich etwa 90 Teilnehmer an den beiden Tagen eingefunden, die sich relativ gleichmäßig auf beide Einheiten verteilten.

Die Referenten hatten an dem Wochenende jeweils zwei Einheiten von etwas über einer Stunde. Wobei  zwei Einheiten parallel unterrichtet wurden. Das Ganze war mit Augenmaß straff organisiert, so dass weder die Stunden noch die Pausen zu lang oder zu kurz waren. Die Teilnehmer waren also durchgehend beschäftigt ohne dass die Konzentration nachließ oder man zu stark auskühlte.

Die ersten beiden Einheiten wurden von Wolfgang Müller / Lameco Escrima und Joko Suseno / Pencak Silat Tapak Suci gegeben. Joko Suseno gewährte einen Einblick in das Karambit im Silat und Wolfgang Müller zeigte die Grundzüge des Messertrainings im Lameco auf.
Nach einer kurzen Pause ging es weiter mit Christian Braun / Open Mind Combat, der den Einsatz des Kubotans umriss und Rene Marc Zeller / Filipino Combat Systems mit dem Einsatz des Karambits im FCS.

Dann gabs Mittag… im Übrigen sorgte die Familie Nebauer in allen Pausen für Kaffee, Kuchen, belegte Brötchen & Co.!  Welch ein Luxus bei einem Kampfsport –Seminar. Verkaufsstände von „JuWe Sticks“ und „Panabas y Puntadas“ luden zum Stöbern und Fachsimplen ein. Zusammen mit den Flyer und Lehrmaterialien der Referenten, die dort auch auslagen, bildete der Eingangsbereich ein echtes Kommunikationszentrum. Manch gutes Gespräch wurde erst durch den Beginn einer neuen Einheit beendet  J.

Weiter ging es mit Tobias Ricker / Cacoy Doces Pares Escrima und Frank Büchner / Giron Arnis Escrima. Tobias Ricker zeigte den Umgang mit dem Stock als Waffe und Frank Büchner die Besonderheiten beim Kampf mit einem längeren Schwert.
Den Abschluss des Tages bildeten Benjamin Rittiner / Dog Brother Martial Arts und Timm Blaschke / Filipino Fighting Arts. Benjamin Rittiner ging auf die Wichtigkeit der Schrittarbeit im Kampf ein und Timm Blaschke demonstrierte den gemeinsamen Gebrauch von Schwert und Dolch – Espada y daga.

Den Feierabend läuteten wir mit einem Besuch beim örtlichen Italiener ein. So hofften wir zumindest… leider war der Gastwirt ein echtes Armutszeugnis an Organisation. Oh Mann, das war wirklich hart an der Grenze!!! Wir überlegten echt ob wir die „Kochprofis“ anrufen sollten.
Um 19.30h waren wir da, um 22.30h hatte der Letzte am Tisch sein Essen. Ob der Gastwirt wohl wußte, dass er gemein-gefährliche Kampfsportler verhungern ließ?

Zur Ehrenrettung des Inhabers sei gesagt: Als das Essen dann kam, war es wirklich gut und auch in ordentlicher Portionsgröße! Also dem Koch ein Kompliment. Außerdem, und das nehme ich dem Fazit schon einmal vorweg, tat selbst diese Tortur der tollen Stimmung unter den Teilnehmern keinen Abbruch! Und das will in diesem Zusammenhang schon was heißen.

Der nächste Morgen begann mit einem Frühstück in der Halle und dann gings auch schon wieder ins Programm…
Benjamin Rittiner  ging auf die Distanzarbeit und auf das Krabi Krabong im Dog Brother Martial Arts ein und Frank Büchner demonstrierte ausgesuchte Techniken mit der Machete im Giron Arnis Escrima.
Nach einer weiteren kurzen Pause gefolgt von Christian Braun, der einen grundlegenden Messerdrill aus dem Open Mind Combat zeigte und Wolfgang Müller / Lameco Escrima und dem gleichzeitigen Gebrauch von zwei Stöcken.

Der letzte Block nach der Mittagspause wurde eröffnet von Tobias Ricker mit der Verwendung von Takedowns im Cacoy Doces Pares Escrima und Timm Blaschke / Filipino Fighting Arts mit Doppelstock.
Der Abschluss  aus sportlicher Sicht bildete dann die Einheiten von Joko Suseno und Rene Marc Zeller.  Joko vertiefte den Gebrauch des Karambits im  Pencak Silat Tapak Suci und Rene demonstrierte die Verwendung eines Sarongs als Waffe im Filipino Combat System.

Dank der guten Organisation waren wir relativ pünktlich mit dem Programm durch und konnten uns, ohne hetzen zu müssen,  ins Auto setzen um nach Hause zurück zu fahren.
Auf der Heimreise hatten wir dann auch schon Gelegenheit das Wochenende Revue passieren zu lassen und uns gegenseitig unsere Eindrücke mitzuteilen….

Alle Referenten haben uns gleichermaßen gut gefallen. Obwohl die Unterrichtsstile naturgemäß recht unterschiedlich ausfallen, hatten wir das Gefühl alle haben ihr System mit Herzblut demonstriert und unterrichtet. Was uns dazu noch positiv aufgefallen ist war die Tatsache, dass die Referenten an den anderen Einheiten selbst Teilnehmer waren. Das zeigt die innere Haltung der Referenten, den Respekt vor den anderen Stilen und hat Vorbildcharakter. Damit haben sie sehr stark zur Atmosphäre des gesamten Seminars beigetragen.

Apropos Atmosphäre: Die gesamte Atmosphäre dieses Events war außergewöhnlich und herausragend.
Kampfsportler verschiedener Systeme legen leider häufig eine gewisse Rivalität an den Tag und das selbst bei Seminaren mit verschiedenen Lehrern. HIER war das nicht so!

Tatsächlich war das hier ein Miteinander, ein positiver technischer Austausch geprägt durch den  Willen der Teilnehmer von- UND miteinander zu lernen. Die daraus resultierende Stimmung ist mir, und allen anderen mit denen ich darüber sprach, so noch nicht untergekommen.  Die Stimmung  war konstant positiv und dabei gleichzeitig genauso produktiv wie informativ.  Ganz nebenbei konnte man noch jede Menge nette Leute kennen lernen und mit ihnen und den Referenten fachsimpeln.
Einfach Weltklasse! Für Anfänger, Fortgeschrittene und Könner – es war für alle was dabei!

Es ist schon bezeichnend für ein Seminar wenn man am Montag danach merkt, dass das Seminar am Wochenende mehr Energie gegeben  als Kraft gekostet hat.

Danke Werner – wir kommen sicher wieder!!!

Unsere Fotos…

 

1 Response » to “Bericht – Weapons World Wide II 2012”

  1. Stephan sagt:

    Schöner Bericht, dem ich mich – besonders, was die positive Gesamtstimmung angeht, vorbehaltlos anschließe. (Und wenn’s um entspanntes Reisen geht – ich stelle mich gern wieder als Mitfahrer zur Verfügung!)

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